BDZ aktuell

Einkommensrunde 2010
BDZ auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Über 4000 Beschäftigte von Bund und Kommunen haben sich nach einem Protestmarsch durch die Innenstadt am 4. Februar 2010 auf dem Schlossplatz in Stuttgart zu einer Protestkundgebung versammelt. Anlass war die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber, die auch in der zweiten Runde der Einkommensverhandlungen 2010 kein Angebot auf den Tisch gelegt hatten, sondern davon ausgehen, dass die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst mit ihren Portemonnaies die Öffentlichen Haushalte finanzieren.

„Wir sind wütend!“, rief der 1. Vorsitzende der dbb tarifunion, Frank Stöhr, den Demonstranten zu. „Unsere Forderung nach 5 Prozent ist absolut in Ordnung. Sie folgt dem Bedarf. Den haben wir linear, um die laufenden Kosten zu zahlen. Den haben wir aber auch strukturell, weil der Öffentliche Dienst zum Beispiel eine vernünftige Altersteilzeitregelung braucht.“ Werde der Öffentliche Dienst kaputtgespart, gehe das nicht nur zu Lasten der Beschäftigten, sondern zu Lasten aller Bürgerinnen und Bürger: Der Schnee werde nicht geräumt, Erziehung verkomme zum Schlagwort, moderne medizinische Versorgung bleibe auf der Strecke, Innere Sicherheit entpuppe sich als leeres Wahlversprechen.

„Wenn die öffentlichen Arbeitgeber erneut kein Angebot auf den Tisch legen, werden wir dafür kämpfen“, bekräftigte Stöhr. „Wir wollen, dass die nächste Runde ein Ergebnis bringt.“ Stöhr forderte Tarifbeschäftigte und Beamte zu Solidarität und Geschlossenheit auf. „Wir stehen für einen einheitlichen Öffentlichen Dienst! Lassen wir das sicht- und hörbar werden.“
 
So lautet das erste Statement des dbb zur Protestkundgebung in Stuttgart, zu der aus dem Bereich des Hauptzollamts Singen BDZ- Mitglieder des Ortsverbandes Bodensee-Hochrhein, gemeinsam mit Mitgliedern der Gewerkschaft ver.di, teilnahmen. Das gemeinsame Interesse an einer erfolgreichen Einkommensrunde verband die Mitglieder der verschiedenen Dachverbände bereits in der von ver.di organisierten Busfahrt.
 
Kontrahenten im Wahlkampf und der Mitgliedergewinnung zeigten durch ihr gemeinsames Auftreten nicht nur den beteiligten Beschäftigten, dass sich die Gewerkschaften hier Schulter an Schulte der empörenden Verweigerungshaltung aus dem Bundesinnenministerium und dem Bundesfinanzministerium stellen müssen. Dies ist allen teilnehmenden Verbänden sehr eindruckvoll gelungen und sollte als Vorgeschmack auf die Kundgebung in Berlin dienen.

Wolfgang Kailer

 

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